Herzlich willkommen in der Aikido Schule Rosenheim!

Das Shusoku Dojo in Rosenheim wurde 1993 von Jochen Maier, heute 6. Dan Aikikai, Shihan, gegründet. Das Dojo befindet sich in einem sehr schönen Bereich eines ehemaligen Brauereianwesens. Begonnen wurde 1993 in einem Raum in mit 108 qm Tatami. Dazu kamen noch die Umkleideräume. Heute kann das Dojo als voll ausgestattetes Seminarhaus mit der Möglichkeit zu übernachten, genützt werden. Es sind im Laufe der Jahre eine komplett eingerichtete Küche, ein Yoga- und ein Aufenthaltsraum, Büro und sogar ein Balkon dazugekommen. Neben dem regulären Trainingsbetrieb finden selbstverständlich regelmäßig Aikido-Seminare im Shusoku Dojo statt.

Warm welcome at Shusoku Dojo!

Shusoku Dojo in Rosenheim was founded by Jochen Maier, who presently holds 6th Dan Aikikai, Shihan. The dojo is situated in a heritage-protected part of a former brewery. Training started here in 1993, in a room with 108 square meters of tatami plus changing rooms. Today, the dojo can be used as a fully equipped seminar venue with overnight accommodation facilities. Over the years a full-sized kitchen, yoga studio, lounge, office, and even a balcony have been incorporated. In addition to regular classes, aikido seminars are held routinely at Shusoku Dojo.

25 Jahre Shusoku Dojo - Aikido Schule Rosenheim

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Shusoku Dojos besuchte uns Horst Schwickerath, der Herausgeber des Aikido Journals in Rosenheim. Wir führten ein intensives Gespräch über die Entwicklung des Dojos und die Aikido Geschichte von Doris Wiedenmann und Jochen Maier, beginnend mit den Anfängen in Ulm, bis hin zur Organisation des Internationalen Aikido-Seminars in Bernau am Chiemsee. Das Gespräch wurde von H. Schwickerath aufgezeichnet und unter Mitwirkung von Jochen Maier als Text ausformuliert. Im AJ Heft Nr. 96 wurde das Interview veröffentlicht.

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Die ersten Jahre und die großen Lehrgänge bis zur Eröffnung des Rosenheimer Dōjō.

Angefangen habe ich mit Taekwon-Do bei Ulrich Michael, in der Sportschule Michael in Ulm. U. Michael war bekannt als Spezialist für Taekwon-Do und Ju-Jitsu, er hat sich aber auch für Aikidō interessiert. Auf Lehrgängen mit Tada Sensei in Italien hatte er etwas Aikidō gelernt. Eines Tages wurden ein paar seiner Schüler von ihm eingeladen und wir konnten Aikidō ausprobieren. Ich war auch dabei, von der ersten Stunde an, war ich von Aikidō fasziniert. So entstand um 1977 herum eine kleine Aikidō-Gruppe in seinem Dōjō.    

Bei den ersten Trainingsstunden hatte ich dann in der Ulmer Aikidō-Gruppe Herrn Tornow kennengelernt, einen seriösen und honorigen älteren Herrn, er war damals so um die 60 Jahre alt. Als Asien-Beauftragter eines großen Konzerns hatte er beste Kontakte und fand darüber einen leichten Zugang zu Aikidō-Meistern in Japan. Übrigens war Hannes Tornow auch Yoga-Lehrer, lange bevor irgendjemand an den heutigen Yoga-Boom denken konnte…

Nach circa einem Jahr, Doris hatte die Internatsschule beendetet, kam sie mit nach Ulm und hat schließlich auch mit Aikidō angefangen. Zu der Zeit wohnten wir in einem kleinen Dorf in der Nähe von Heidenheim. Manchmal fuhren wir die 30 km mit einer wunderschönen, nagelneuen, roten Vespa zum Training nach Ulm. Bei schlechtem Wetter war das etwas grenzwertig, so habe ich bald einen verbeulten Peugeot 204 erstanden, der war unverwüstlich und hat uns treue Dienste geleistet. Schade, dass ich die Vespa verkauft habe, sie wäre jetzt ein schöner Oldtimer.

Durch Herrn Tornow angeregt reiste ich in diesen ersten Jahren zu den Lehrgängen von Tada in Le Brassus/CH (1965 begann Tada dort mit den Lehrgängen). Herr Tornow war mit Tada bekannt, er hat mich damals vorgestellt. In Le Brassus traf ich auch oft auf Hans-Jürgen Klages, auch Heinz Patt habe ich dort kennengelernt. Klaus Broscheit kannte ich bereits durch seine Lehrgänge in Ulm und München. Als in Le Brassus keine Lehrgänge mehr ausgerichtet wurden, sind wir nach Coverciano in der Nähe von Florenz gegangen, um bei Tada zu trainieren. Parallel dazu fuhren wir von Ulm nach Hachen im Sauerland zu den Lehrgängen mit Yamada, die Klaus Broscheit organisierte. Natürlich besuchten wir die Wochenendlehrgänge von Asai, er hat zu dieser Zeit auch in Ulm Lehrgänge abgehalten. Ja, das sollte man nicht vergessen: von Asai habe ich viel gelernt.

Diese ersten, vor allem die internationalen Lehrgänge mit Tada waren die Initialzündung, die Inspiration, es war es die »Geburt meiner Begeisterung« für das Aikidō.

Dann kam die Studienzeit. Doris wollte in Rosenheim Innenarchitektur studieren und ich Geographie in München. Deshalb sind wir beide 1983 nach Rosenheim gezogen. Anfangs bin ich von Rosenheim aus für die Vorlesungen nach München gependelt und hab mich in das neu gegründete Dōjō von Heinz Patt eingeschrieben. Später bezog ich für die Zeit unter der Woche in München ein kleines Zimmerchen in einem Studentenwohnheim. Natürlich war Doris viel schneller mit dem Studium fertig als ich. Wir haben uns eine Wohnung in München gesucht und dort gewohnt, bis wir das eigene Dōjō in Rosenheim eröffnen konnten.

Da ich in München studierte, trainierte ich nun auch in München nahezu täglich im Dōjō von Heinz Patt – von hier aus fuhren wir dann nach La Colle s/Loup zu den Yamada/Tamura-Lehrgängen. Damals unterrichtete Yamada die erste Woche allein, erst in der zweiten Woche kam Tamura dazu.

In diesen ersten Jahren fand das Training in La Colle in einem kleinen Saal statt, der vom WWF für Animations-Veranstaltungen genutzt wurde. Es war mehr als eng. Schon bald wurde dann das große Open-Air Dōjō eröffnet. Jetzt gab es viel Platz, dafür war das Training super-anstrengend, da am Anfang nur wenige Teilnehmer dabei waren, wir viel Platz hatten und Yamada eine komplette Woche das Training gestaltete.   

Die Münchner Zeit und viele weitere Jahre bis zu Tamuras Tod waren zum einen geprägt durch die Sommer in La Colle, aber auch von unserer Teilnahme an vielen Tamura-Seminaren in Europa. Ganz besonders einprägsam waren die ersten Seminare in Budapest – damals gab es noch den Ostblock – also vor 1989…

Natürlich auch die USA mit einigen Trainings-Aufenthalten in New York – Was für eine Stadt…toll, für einen begrenzten Aufenthalt, aber dort leben wollte ich nicht. 

II

Die Geschichte und Entwicklung der Schule in Rosenheim

1993 eröffneten wir unser Dōjō in Rosenheim – und heuer feiern wir unser 25. Jubiläum

Die Räume hatten eine besondere Ausstrahlung, waren aber total heruntergekommen. Wir mussten erst einmal Schmutz, Schutt und Staub vieler Jahrzehnte herausschaffen, um dann den Innenausbau des Dōjō in Angriff nehmen zu können – auf diese Weise verbrachten wir endlos viele mühselige Stunden Knochenarbeit.

Rosenheim ist natürlich nicht München und wir standen vor der Frage, wie wir hier genügend Menschen ansprechen wollen, um sie für das Aikidō zu begeistern.

Auch Tamura meinte zu mir, „Warum gehst du nicht nach Berlin?“ Oder schlug beim nächsten Mal Hamburg vor. Aber wir wollten nicht in einer Großstadt leben. Die Nähe zur Natur und den Bergen war und ist uns mehr wert, das ist für uns Lebensqualität… 

Möglicherweise ist die Zahl der potentiellen Mitglieder hier geringer als in einer Großstadt, aber die Miete für unsere Trainingsräume ist dafür auch etwas niedriger. Ohne groß über die möglichen Konsequenzen nachzudenken, schloss ich damals gleich einen Mietvertrag über 10 Jahre ab. Wir waren in diesen Dingen sehr unerfahren. Zum Glück ist es ja gut gegangen. Allerding möchte ich dies niemandem zur Nachahmung empfehlen. Die späteren Mietverträge zur Erweiterung unserer Räumlichkeiten habe ich alle mit einem befreundeten Rechtsanwalt besprochen und von ihm prüfen lassen.

Doris war von Anfang an dabei, seit Eröffnung des Dōjō. Wir haben es Stückchen für Stückchen aufgebaut, es entwickelte sich im Laufe der Zeit zu dem, was es heute ist. Es waren dann recht schnell gute Schüler da, die ukemi nehmen konnten und das Training so positiv mitgestalteten. Dass Doris auch unterrichtete, war natürlich sehr hilfreich. So konnte ich an den Wochenenden auf Reisen gehen, meine Seminare geben oder Lehrgänge besuchen.  

Mit Eröffnung unseres Dōjō 1993 boten wir auch gleich Yogakurse an. Yoga ist auch eine Passion von mir. Parallel zum Aikidō-Training hatte ich in der Münchner Zeit viel Yoga-Unterricht genommen und täglich Yoga praktiziert. Das war im Sivananda-Yoga-Vedanta-Zentrum.  

Auf dieses zweite Standbein setzte ich ebenfalls große Hoffnung. Meinem Enthusiasmus wurde jedoch ein Dämpfer verpasst, zum ersten Kurs kamen nur 2 Teilnehmer!

Doch als ich 1994 meine erste Yoga-Lehrer-Ausbildung abschlossen hatte, kamen bereits mehr Teilnehmer in die Yoga-Stunden

Damals hielt ich die Yoga-Stunden und die Yoga-Anfängerkurse aus Platzgründen immer vor oder nach den Aikidō-Stunden ab. Daher erweiterten wir ca. im Jahr 2000 die Räumlichkeiten und konnten nun Aikidō und Yoga parallel zur selben Zeit anbieten. Kurz darauf, 2005, wuchs unsere Schule ein weiteres Mal: ein großer Yoga-Raum kam hinzu. Dies bedeutete zwar wiederum ungeheuer viel Renovierungsarbeit, doch diesmal machten wir es nicht in Eigenleistung.

Und wir erfüllten uns einen von Anfang an gehegten Traum: wir konnten den historischen Balkon fachmännisch renovieren lassen.

Darauf bin ich schon stolz, denn der Balkon ist jetzt so etwas wie das Wahrzeichen der Schule. 

   

Nach all unseren Erweiterungen besteht unsere Schule nun aus dem Aikidō-Dōjō, dem Yoga-Raum mit Balkon und einer Tee-Lounge, in der sich auch Doris‘ kleiner Aikidō- und Yoga-Shop befindet.

Ganz zum Schluss mieteten wir noch ein Büro und einen Lagerraum für die im Bernau-Lehrgang benötigten Matten dazu.

Zeitgleich zu all unseren Erweiterungen machte Doris eine externe Yogalehrer-Ausbildung und gab nun auch regelmäßig Anfängerkurse und unsere normalen Yogastunden. Als ich dann die erste Yogalehrer-Ausbildung in der eigenen Schule anbieten konnte, war sie natürlich mit dabei.

Ein weiterer bedeutender Schritt für unsere Yoga-Schule war die Zertifizierung zur Ausbildungsstätte für Yogalehrer. Diese Zertifizierung halten wir heuer seit 10 Jahren, ein weiters kleines Jubiläum, über das wir uns freuen und auf das wir auch stolz sind. Im Herbst beginnt bereits der 11. Jahrgang mit der Ausbildung.

Noch neu im Programm ist die Yogalehrer-Fortbildung, für die wir aber auch schon immer mehr Nachfrage erhalten.

Sowohl im Aikidō wie im Yoga sind einige Lehrer von mir ausgebildet worden, die auch in der Schule unterrichten.

 

III

Aikidō und Yoga - ein wechselseitiges Ergänzen

Vor kurzem fragte mich ein junger Kollege, ob bei uns auch die Aikidō-Krankheit ausgebrochen sei. Er meinte damit die „Krise“ der schrumpfenden Teilnehmerzahlen.

„Nein,“ konnte ich antworten, wir haben leichten Zuwachs, was Hoffnung macht. Es kommen junge Leute, die trainieren und wirklich lernen wollen. Auch Schüler aus der Jugendgruppe wechseln „aus Altersgründen“ immer wieder ins Erwachsenentraining. Eine gesunde Basis ist wichtig, vor allem eine ausgewogene Altersstruktur.       

Generell hört man, dass die klassischen Budo-Disziplinen Probleme haben, neue Mitglieder zu bekommen. Kinder und Jugendliche treten schon bei, aber eben wenig Erwachsene. Nun, in unserer schnelllebigen Zeit wollen die Menschen rasch Erfolg sehen und simple Lösungen angeboten bekommen. Die Ausdauer aufzubringen, eine Kunst zu erlernen und viele Jahre, ja Jahrzehnte damit zuzubringen, scheint nicht so erstrebenswert. Ähnliches gilt auch, wenn auch nicht im selben Maße, für das klassische Yoga. Ich beobachte zudem, dass Schüler immer mehr lernen müssen. Studenten haben immer mehr Stress im Studium und viele Leute, die arbeiten, werden von der Arbeit aufgefressen. Das soll heißen, die Freizeit wird weniger, es bleibt weniger Zeit, vermeintlich nutzloses zu erlernen.

Und dann wären da noch die neuen schnelllebigen Trends, die „hip“ und „in“ sind, als „outdoor“ oder “SUP“ boomen und den Leuten „cool“ und „trendig“ vorkommen.

Auch unser Image von Japan ist über die Jahre etwas verblasst und durch den Umgang mit der Fukoshima-Katastrophe bestimmt nicht besser geworden.

Kannten in den 80er Jahren noch viele Leute Zen, Shiatsu oder Ikebana, so höre ich heute, wenn ich in den Yoga-Kursen ein wenig nachfrage: „Zen? Noch nie gehört. Shiatsu? Auch nicht, man geht heute zum Osteopathen. Aikidō? Muss was ganz Exotisches sein.“

Was kann man tun? Ein Patentrezept gibt es wohl nicht. Auf jeden Fall weitermachen und attraktives Training anbieten.

Junge Leute wollen und sollen etwas bewegen, ältere übrigens auch. Den Kopf in den Sand stecken und jammern hilft nicht weiter. Was bestimmt nicht weiter hilft, ist ein aufgeblähtes Funktionärs-Wesen in den Verbänden, das junge, talentierte Lehrer behindert und versucht, künstliche Strukturen aufzubauen. Ein gänzlich verwestlichtes Aikidō führt ins in Nichts. Es sind durchaus auch die kleinen typisch japanischen Rituale, die im Aikidō traditionell praktiziert werden, die gerade auch bei jungen Menschen gut ankommen.  

Es ist mein Eindruck aus letzter Zeit, dass Japan und alles Japanische wieder verstärkt im Kommen ist. Ein Land, das Tradition und modernes Leben verbinden möchte.

Zum Glück ist bei uns eine gelungene Balance zwischen Aikidō und Yoga entstanden. Anfangs hatten wir mehr Mitglieder im Aikidō als im Yoga, das hat sich über die Jahre verändert. In den letzten Jahren hat Yoga kräftig zugelegt und jetzt kommt Aikidō wieder stärker auf. Trotzdem können wir uns keineswegs zurücklehnen – 1995 gab es kaum Yoga, heute an jeder Ecke. Selbst die von mir Ausgebildeten beginnen nun zu einer kleinen Konkurrenz zu werden. Es lebt eben.

Unser Vorteil ist natürlich, dass wir seit 25 Jahren vor Ort und bekannt sind. Unsere Schüler kommen teilweise bereits in der dritten Generation zu den Yoga-Stunden. Sie erinnern sich, dass schon Mama dort, Am Roßacker 7, im Yoga war. Eine besonders schöne Variante hatten wir vor kurzem, als eine 13-Jährige ihre gestresste Mama zum Yoga-Kurs anmeldete und selbst auch gleich mitmachte.

Auch Schüler und Studenten im Prüfungsstress, die dringend etwas Entspannung brauchen, kommen sehr gerne zu unseren Yoga-Stunden.

Übrigens wird (das kleine) Rosenheim bald Universitätsstadt! Das hört sich gut an und wir freuen uns, die Möglichkeit bieten zu können, hier Aikidō und Yoga zu machen.

Wollten wir nur von Aikidō leben, könnte das knapp werden aus meiner Sicht. Aber durch Yoga als zweites Standbein ist es für uns möglich, ein schönes entspanntes Aikidō zu praktizieren, ohne den Leuten hinterher rennen zu müssen.

Es ist immer ein Auf und Ab – das höre ich überall; in den ersten fünf Jahren ist alles motiviert – eine Korrelation. Wenn es nachlässt, dann ist die Gefahr groß, dass die eigene Motivation auch nachlässt. Dann sind neue Ideen gefragt, man packt wieder an und gibt nochmals Gas. Klar, das erfordert Energie und Leidenschaft für die Sache. Wenn es dabei nur um den Verdienst ginge, müsste auch ich was anderes machen. Natürlich hoffe ich, dass es weiterhin anzieht, aber letztendlich befindet man wie in jeder anderen selbständigen Tätigkeit auch in einer Form der Abhängigkeit von äußeren Umständen, Trends und Modeerscheinungen. Daher ist die eigene Persönlichkeit immer gefragt, man ist für seinen Erfolg selbst verantwortlich – ein Geben und ein Nehmen.

Auch das Yoga hat sich verändert. Es sind viele neue Stile entstanden. Aus Details des klassischen Yogas wurden neue Stile entwickelt, die sogenannten modernen Yoga-Stile. Aus meiner Sicht ist das - etwas polemisch gesprochen - oft eine Gymnastikform mit Entspannungselementen.   

Wenn man von der Jahrtausende alten Yoga-Tradition spricht, meint man sowohl die Yoga-Philosophie, eines der klassischen Systeme der indischen Philosophie, wie auch das Vedanta, das dem Yoga oft als mentale Basis zugrunde liegt. 

Das Yoga der Körperübungen ist erst im Mittelalter ins Blickfeld gerückt. Und was wir heute als Yoga kennen, kam in dieser Form in den 60er Jahren nach Europa und Amerika.

Natürlich hat sich auch Yoga weiterentwickelt, das ist ein Prozess, „ein Welterbe“ der Strukturen. Man muss das mit Immanenz und nicht immer nur im Kontext sehen. Das, was ich für mich herausnehme, muss nicht gleich eine Feudalstruktur erschaffen.

IV

 „Respekt“ und die Philosophie des „Fremden“ – Austausch der Kulturen.

Im Aikidō lernen wir, andere zu akzeptieren und vor allem zu respektieren. Dies sollte nicht unterschätzt werden. Wenn das nach außen getragen wird, dann ist das etwas Positives, eben das, was heutzutage zu gerne verloren geht. Wie ist der Umgang der Menschen untereinander – oder weiter gegriffen, wie ist der Umgang mit den Ressourcen der Erde, der Natur. Den Respekt, gepaart mit Höflichkeit, was wir im Aikidō lernen, ist ein wesentlicher Aspekt der persönlichen Entwicklung, eine Form von Erziehung. Damit ist nicht das Buckeln vor Autoritäten gemeint, das hatten wir historisch gesehen zu Genüge. Ich meine eine feine, reflektierte Form von Respekt. Die Akzeptanz, nicht die Ignoranz.

Dazu tragen auch die großen Lehrgänge bei, zu denen Menschen aus ganz Europa kommen.

Viele Gruppen aus osteuropäischen Ländern sind beispielsweise im Bernauer Seminar zu uns gestoßen. Doch in den letzten Jahren werden verzeichnen wir auch vermehrt Teilnehmer aus Italien, Spanien und Frankreich. Und auch wieder junge Aikidōkas aus Bayern und Süddeutschland, was mich besonders freut. Wir erleben spannende Begegnungen der verschiedenen Nationalitäten und einen regen kulturellen, fruchtbaren Austausch. Natürlich ist das eine Mikroebene, aber trotzdem...  

Schon früh in meiner Aikidō-Laufbahn hatte ich das Glück, einige interessante Japaner kennen zu lernen und mit ihnen über ihre Kultur zu sprechen. Damals, in der Ulmer Zeit kam ein junger Mathematiker zum Aikidō-Training. Er war mit einer Japanerin verheiratet. Sie wiederum war Ikebana-Meisterin, konnte Tee-Zeremonien ausführen und hatte lange Zeit bei einem berühmten Zen-Meister in San Francisco Zen praktiziert und ihn bis zu seinem Tode begleitet. Die Gespräche und Diskussionen mit den beiden waren eine tolle erste Möglichkeit, sich unmittelbar Einblicke in das fremde Denken zu verschaffen.

Niemand kann eine fremde Kultur gänzlich verstehen, das geht nicht mal mit unsrer eigenen. Es sind immer Menschen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten, die wiederum entsprechend ihrer Persönlichkeit, ihrer Erfahrung, natürlich auch ihrer Sozialisation handeln. Es ist für mich schon immer interessant gewesen, mich mit einer fremden Kultur auseinanderzusetzen. Ich habe deshalb ja auch Geografie studiert.

Es geht darum „Das Fremde“ mit dem „Eigenen“ zu konfrontieren – das Fremde kann zum „Anderen“ werden und vom „Andern“ ist es nicht mehr weit zum „Eigenen“.

Die Kulturen befruchten sich gegenseitig, integrieren Positives und Negatives einer fremden Kultur oder auch nicht. Das spielt keine Rolle, man muss nichts verändern wollen oder Dominanz ausüben. Man schaut sich die fremde Welt an und wenn es gut geht, reflektiert man auf seine eigene zurück.

Ich bin ein großer Fan des japanischen Schriftstellers Murakami. In einem seiner Romane verarbeitet er die Ideen-Lehre Platons auf geniale Weise! Da verbinden sich auf intellektueller Ebene zwei Welten, wobei die unterschiedlichen Kulturen ihre Identität keineswegs aufgeben.

Eine Reise nach Japan ist bestimmt interessant und sicherlich kann man heute viel günstiger nach Japan fliegen als das zu meinen Aikidō-Anfängen der Fall war. Aber ich persönlich bin der Meinung, dass man durch das Aikidō einen tieferen Einblick in Land, Leute und ihre Denkart erfährt, als dies mit einer kurzen Urlaubsreise in dieses exotische Land möglich ist. Wenn man dann noch zu einem Aikidō-Meister einen guten Kontakt aufbauen kann, dann ist das etwas von Bedeutung. Meine Unterhaltungen mit Yamada und Tamura gewährten mir nach und nach ein Einblick sowohl in die japanische Denkweise als auch in die Verhaltensweise – sicherlich begrenzt, aber es kumuliert… ein Geben und Nehmen …

Als ich Yamada kennenlernte, war das schon sehr familiär. Er saß bei Klaus Broscheit (in Bonn) im Wohnzimmer, als ich dort hinkam. Da war keine Barriere. Wir redeten und dann sind wir zusammen zum Lehrgang nach Hachen gefahren. Yamada saß bei mir im Wagen, auch das war familiär. Also anders, als ich das vorher kennengelernt hatte bei Tada oder Asai, da war viel mehr Distanz.

Klar hatten wir Respekt vor Yamada, aber »nicht so überhöht«. Man sagte zu ihm einfach Sensei, er stellte nicht den Anspruch. Auch bei Tamura ging es leger zu, ein Schulterklopfen, ein Lachen oder eine Frage – normal eben. Daraus entwickelte sich eine Gegenseitigkeit, es ging so weiter.

Da wir damals in Hachen nicht so viele Teilnehmer waren, wie dies heute der Fall ist, waren wir alle oft Ukemi für Yamada– so war man schnell ganz nahe dran. Es gab schon einen engeren Kreis um ihn – und schon bald gehörten Doris und ich zur »Familie« dazu.

V

Bernau

Dann kam, heute würde man sagen, das Bernau-Projekt. Jahr für Jahr haben wir Bernau aufgebaut. Das anfängliche Teilnehmerhoch flachte leider schnell ab, um dann langsam aber stetig zu steigen – bis wir einen rasanten Zulauf hatten.

Wichtig war, dass nicht nur Yamada unterrichtete, oder Yamada und ich. Wenn ein Besucher aus z. B. den USA da war, dann unterrichtete der Gast. Oder ein Höhergraduierter aus Europa, den wir dann gleich zu integrieren versuchten, indem wir ihm eine Unterrichtseinheit zuteilten. Solche Leute kamen im folgenden Jahr meist wieder und hatten oft sogar einige Schüler mit dabei. Dadurch hat sich Bernau nach und nach zu einem echten internationalen Seminar entwickelt.

Das war von Beginn an unser Ziel, wir wollten die Nachmittagskurse nicht nur für einen oder zwei, sondern für viele Lehrer offenhalten – ein Teilen!

VI

Miteinander

Im Prolog des Skripts zur ersten Yogalehrerausbildung von 2008 steht: (…) „Neben den Grundlagen der menschlichen Anatomie und Physiologie, der Yoga-Philosophie ist es vor allem die Art oder die Kunst als Yogi zu leben. Beziehungen Mensch - Mensch, das Sozialverhalten sowie die Mensch - Umweltbeziehung als integrativen Bestanteil des menschlichen Lebens verstehen zu lernen.“

Die Sozialität ist mir wichtig, sowohl im Dōjō als auch im Leben draußen. Als Geschäftsführer des Dōjō kann und muss ich einerseits autoritär, federführend und bestimmend sein. Anderseits suche ich den Dialog mit den Dōjō-Mitgliedern, gehe auf sie ein und versuche, potentielle Probleme aufzufangen.

Ich habe eine »Mini-Kleinst-Firma«, deren Führung die Verhandlung mit Banken und der Vermieterin erfordert. Zudem lege ich großen Wert auf die Gespräche mit den Dōjō-Mitgliedern und Yoga-Schülern. Das Soziale ist ein wichtiger Aspekt für mich. Dies drückt das »ai« ja auch in abgewandelter Form aus – das Zusammenkommen, das Zusammenführen. Das ist im Dōjō laufend gefragt, selbst bei den Techniken.

VII

Yoga und Aikidō - ein kurzer Vergleich

Der Yoga-Boom holt immer mal kurz Luft und dann boomts weiter. Was macht eigentlich den Unterschied zwischen Aikidō und Yoga aus, dies werde ich tatsächlich immer wieder gefragt. Der gravierendste Unterschied ist: Yoga übt man durchaus in einer Gruppe aber ohne einen direkten Partner wie im Aikidō. Tja, und der Partner im Aikidō, der macht was. Er übt gut oder schlecht, ist Anfänger oder hat Erfahrung, sie oder er sind aggressiv oder positiv gestimmt. Das macht die Sache schwieriger, allerding auch ehrlicher. Es entsteht Körperkontakt, dies kann der eine oder andere gar nicht ab. Die ersten „Schritte“ im Aikidō sind nicht so einfach, man braucht ein bisschen Geduld. Klassisches Yoga arbeitet mit dem Effekt von Anspannung und Entspannung, natürlich auch mit Dehnung der Muskulatur, was sich wiederum auf das Faszien-System auswirkt und Stress-Verspannungen abbaut, um nur einen Aspekt zu nennen. So entsteht nach der ersten Stunde bereits ein Wohlgefühl, man geht nach Hause, und wenn die Stunde gut war, ist man entspannt, fühlt sich frisch und sogar etwas mit Energie aufgeladen. Dies ist nach einiger Zeit im Aikidō ähnlich, doch die Einstiegshürde ist höher. Yoga kennt mittlerweile jeder, da braucht man erst mal nicht viel erklären. Yoga ist in der Gesellschaft angekommen, es ist so populär wie Fußball (mit dem Vorteil, dass man nicht verlieren kann). Es trifft den Zeitgeist, ist im Meanstream. Viele Prominente machen Yoga, Schauspieler und Spitzensportler vorneweg. Es wird in Managerseminaren angeboten usw. Yoga wird von den Krankenkassen als Prävention gefördert, das suggeriert Seriosität. Alle diese öffentlichkeitswirksame „Hilfe“ erfährt Aikidō meist nicht. Trotzdem wechseln bei mir immer wieder Mitglieder vom Yoga zum Aikidō oder machen beides. Die Werbung im eigenen Haus, besser kanns doch nicht gehen… 

Nach den Anfängerkursen im Yoga oder den ersten Stunden im Aikidō ist selbstverständlich noch nicht sehr viel erreicht. Da fragen schon manche, gibt es denn noch mehr zu erreichen? Nun, im Yoga, um es etwas blumig zu sagen, fallen die Schleier der Illusion, eine zunehmend klarere Sicht auf die Realität kann entstehen. Und im Aikidō ist es die „Freiheit“, die es zu erreichen gilt.    

Bei uns im Aikidō ist das Verhältnis der Mitglieder Männer zu Frauen ausgeglichen. Im Aikidō-Dōjō unterrichten eigentlich sogar mehr Frauen als Männer. Zum Yoga kommen natürlich mehr Frauen, doch der Männeranteil wächst.

Die Berufe der weiblichen Mitglieder sind bunt gemischt, oft aus den Bereichen Medizin und Bildung. Bei den Männern sind es eher Führungskräfte und Kreative, auch die IT-Branche ist gut vertreten  

Nun sind 25 Jahre Shusoku-Dōjō geschafft. Es ging wie im richtigen Leben mal auf, mal ab, letztendlich immer wieder mehr auf als ab und natürlich geht es nach dem Jubiläum mit neuer Energie und neuem Mut weiter.         

Weniger…

25 Years Shusoku Dōjō - Aikidō-School Rosenheim

On the occasion of the 25th anniversary of Rosenheim‘s Shusoku Dōjō, we received a visit from Horst Schwickerath, the editor of Aikidō Journal. We talked about the history of the Dōjō and Doris Wiedenmann and Jochen Maier‘s Aikidō careers, from the early beginnings in Ulm up to the organization of the International Aikidō-Seminar in Bernau am Chiemsee. The interview was recorded by H. Schwickelrath and turned into running text with the assistance of J. Maier. It was published in AJ issue #96.

Mehr…

I

The early years and the great seminars up to the founding of the Dōjō in Rosenheim.

I started practicing Taekwon-Do with Ulrich Michael, at his “Sportschule Michael” in Ulm. U. Michael was known as a specialist for Taekwon-Dō and Ju-Jitsu, but he was also interested in Aikidō. He had studied Aikidō at seminars with Tada Sensei in Italy. One day some of Mr Michael‘s students were invited to try Aikidō. I was among them, and Aikidō fascinated me from the very first moment. So around 1977 a small Aikidō group formed at his Dōjō.    

At those first lessons with the Aikidō group in Ulm I met Mr Tornow, an honorable gentleman in his sixties. He had good contacts to Japan since he had worked as a manager for Asian affairs for a big multinational company.  Therefore making contact with Aikidō masters in Japan was easy for him. By the way Hannes Tornow used to teach Yoga long before anybody could imagine today‘s Yoga boom…

About one year later Doris finished boarding school and joined me in Ulm. She also started practicing Aikidō. At that time we lived in a small town near Heidenheim. Sometimes we took our beautiful, brand new red motor scooter to get to the Dōjō in Ulm about 30 km away. That was not always a good idea, especially in bad weather, so I soon purchased an old beat-up Peugeot 204 that was indestructible and served us well. What a pity that I sold that motor scooter, it would have made a great vintage vehicle by now.

Inspired by Mr Tornow I visited Tada’s seminars in Le Brassus/CH. (Tada started teaching seminars there in 1965). Mr Tornow was a friend of Tada’s and he introduced us. I also met Hans-Jürgen Klages and Heinz Patt in Le Brassus. I had already known Klaus Broscheit from his seminars in Ulm and Munich. When the seminars in Le Brassus stopped, we went to Tada’s seminars in Coverciano near Firenze to practise. We also went from Ulm to Hachen where Yamada Sensei taught seminars organized by Klaus Broscheit.  

Seminar with Yamada Sensei in Hachen (Germany).

On the weekends we attended the seminars of Asai Sensei, who at that time was also teaching seminars in Ulm. Yes, I learnt a lot from Asai.

These first seminars, especially the international seminars with Tada Sensei were the initial spark that really started my fascination for Aikidō.

Then we started our studies. Doris wanted to study interior architecture in Rosenheim and I chose geography in Munich. Therefore we both moved to Rosenheim. In the beginning I commuted from Rosenheim to Munich to attend my lectures and registered at the recently founded Dōjō of Heinz Patt. Later I moved into a little student apartment where I stayed on weekdays. Of course Doris finished her studies much faster than I. We rented an apartment in Munich and lived there until we founded our own Dōjō in Rosenheim.

During my studies I practiced almost daily at Heinz Patt’s Dōjō in Munich – from where we started for Yamada’s and Tamura‘s seminars in La Colle s/Loup. At that time Yamada taught the first week of that seminar alone, Tamura only joined him during the second week.

The training in La Colle took place in a tiny sports room, used by the WWF for animation purposes. It was terribly small. Soon they founded the big open-air Dōjō. Now there was plenty of room but the training was very tough in those first years. There were only a few participants, lots of room and it was Yamada who lead the training for an entire week.    

Our time in Munich and the subsequent years until Tamura Sensei‘s passing were marked by the summers in La Colle.

 

La Colle sur Loup.

and many seminars with Tamura all over Europe. I especially remember the first seminars in Budapest – at that time the Soviet block still existed – that means before it was 1989…

Of course I also practiced in New York, USA, – What a city…certainly a great destination for holidays but I would not want to live there. 

II

The history and development of our Dōjō in Rosenheim

In 1993 we founded our Dōjō in Rosenheim – and this year we are celebrating the 25th anniversary…

The rooms had a special atmosphere from the very start, but were in poor shape. First we had to take out dirt, construction rubble and dust of decades in order to start renovating – we spent endless hours working our fingers to the bone.

Of course Rosenheim is not Munich and we had to face the difficult question of how to attract enough members and create enthusiasm for Aikidō.

Tamura told me, “Why don’t you move to Berlin?“ The next time he suggested Hamburg. But we did not want to live in a large town. We wanted nature and the mountains nearby, that to us is quality of life … 

The number of potential Dōjō members in Rosenheim might be smaller than in a metropolitan Dōjō but on the other hand the rent for our facilities is a bit lower, too. Without thinking about the consequences I signed a rental agreement for 10 years. We were very inexperienced in those things and luckily everything went fine. But I would not recommend this strategy to anyone. I had all further rental agreements checked by a friend of mine who is a lawyer.

Doris has been an integral part of the Dōjō from the very beginning. We built it up piece by piece and turned it into what it is today. Soon we got some very good students who could take proper Ukemi and thus positively influenced our lessons. Doris also taught lessons which helped a lot. So I could travel during the weekends, teach seminars or take part in advanced seminars.   

At the same time (1993) we started offering Yoga lessons. Yoga is also one of my passions. During my time in Munich I took Yoga lessons and practiced daily at the Sivananda-Yoga-Vedanta-Centre.  

I had great hopes for this second mainstay as well. The first lesson I taught was sobering: There were only 2 participants!

But by 1994, after I had finished my studies as a Yoga teacher, the number of students in my Yoga lessons had increased significantly.

At that time the regular Yoga lessons and the seminars for Yoga beginners took place before or after the Aikidō lessons because there was no other space. That‘s why in the year 2000 we added another room to our premises which enabled us to offer Aikidō and Yoga at the same time. A bit later, in 2005, our school grew again: we added a big Yoga room. That again meant an incredible lot of work, but this time we did not do everything by ourselves.

And one of our most cherished wishes came true: We had the historic balcony renovated by a specialist. I am proud of that because the balcony has become like a symbol for our school.

The premises now consist of the Aikidō-Dōjō, the room for Yoga plus balcony, and a lounge for having tea including Doris‘ little Aikidō and Yoga shop. Last but not least we rented an office and a storage room for the mats we need for our big seminar in Bernau.

While our school was growing Doris took an external Yoga teachers‘ seminar and now also teaches beginners as well as our regular Yoga lessons. And when I finally offered the first seminar for Yoga teachers in our school she assisted as well.  

It was an important mile stone for our school to be certified as a training center for Yoga teachers. We have been holding this certification for 10 years now, another anniversary to celebrate and to be proud of. In autumn 2018 the 11th seminar for Yoga teachers took place. What is still quite new but already facing increasing demand is the seminars for advanced Yoga teachers. Some of the teachers who teach Aikidō and Yoga at my school were trained right here.

III

Aikidō and Yoga complement each other

Recently a young colleague asked me if we also suffered from the „Aikidō disease“.

He alluded to the “crisis“ of the shrinking number of members.

“No,“ I was happy to report, the number of our members increases slightly. There are young people who want to practice and really learn. As they grow older some of my students from the teenage group join the regular lessons for grown-ups. It is important to have a sound basis and members of all ages.         

It looks like classic Budō struggles for new members. Kids and teenagers join in but only few grown-ups. I think that due to the way people are striving for quick success and always expect simple solutions. Perseverance for years and maybe even decades to learn an art is scarce and doesn’t seem to be a worthwhile goal.  The same is true for Yoga. 

The amount of knowledge required from people in their studies or  jobs keeps increasing. Students are more and more stressed and people in their jobs face a workload too great to be managed. Thus, spare time for learning  “useless“ things is scarce. 

Then, there are fickle trends that are deemed “hip“ and “in“.

Our image of Japan has suffered over the years and certainly did not improve by the management of the catastrophe in Fukushima.

During the eighties many people knew Zen, Shiatsu or Ikebana. Today when I ask my Yoga students about those things they only reply: „Zen? Never heard of it! Shiatsu? No idea! People know osteopathy…. Aikidō? Has to be something quite exotic.“

What can be done? Certainly there is no simple answer. But it is essential to go on and offer interesting and attractive lessons. 

Young people want and are expected to stir up things - by the way: that applies to the older ones as well. Burying one‘s head in the sand and complaining does not help. Neither does a pompous functionary system in associations that hinders young and talented teachers and tries to impose artificial structures.

To adapt Aikidō completely to the western lifestyle won’t do any good. The small Japanese rituals and traditions that are associated with Aikidō are well received especially by young people.  

I recently gained the impression that here in Germany Japan and all things Japanese are coming into fashion again. A country striving to balance tradition and modern life.

We are fortunate with our well-balanced mix of Aikidō and Yoga. In the beginning we had more Aikidō members than Yoga students, but that has changed over the years. Recently the number of Yoga students has increased significantly but Aikidō keeps up. Nevertheless we cannot sit back and relax – in 1995 Yoga was scarce, today you can find Yoga centers at every corner. Even my own Yoga students having completed the teachers training start being competitors. It’s a dynamic of its own.

We are at an advantage since our school has been known in Rosenheim for 25 years. Some of our students represent the third generation of their family practicing Yoga here, at „Am Roßacker 7“. I fondly remember when a 13-year old girl signed in her stressed out mom for Yoga and decided to join herself as well.

Overworked students from schools and colleges in need of relaxation also like to take our Yoga lessons.

By the way: (little) Rosenheim will soon become a University Town! That is a very prestigious title for a German town and we are happy to offer Aikidō and Yoga here of all places.

If we were to try and make a living of Aikidō alone I think we would not always be able to make ends meet. But Yoga as a second source of income enables us to practice Aikidō in peace without desperately having to hunt for members.

There is always an up and down.  In the first five years everyone is motivated – that is natural. When times get rougher the risk of being discouraged is high. At that point it is important to have new ideas, to start over again with new strength and motivation. Of course, that requires a lot of energy and passion. If it was for the mere profit I would have to find another job. Of course I hope that business keeps increasing but that does not only depend on me. External circumstances like trends and fashion hypes influence every freelancer. Therefore your own personality is important, everyone is the architect of his own fortune – giving and receiving.

Even Yoga has changed over the years. Many new styles have evolved. People have developed new styles from details of classic Hatha Yoga, the so called modern Yoga styles. In my opinion, frankly spoken, this is often just some kind of gymnastics with elements of relaxation.   

When talking about the Yoga tradition (thousands of years old) people usually mean the philosophy of Yoga (one of the classic systems of Indian philosophy) as well as the Vendanta (mental basis of Yoga). 

Yoga as exercise for the body was only discovered in medieval times. And today’s form of Yoga only arrived in Europe and America in the sixties. Of course Yoga has developed further; that’s a process, a „world heritage“ of structures. See it for what is in it and do not always put it in a context. Things you might choose for yourself do not necessarily create feudal structures.  

IV

 „Respect“ and the philosophy of the „other“ – Exchange of cultures

Aikidō teaches us to accept and respect others. This should not be underestimated. If people really integrate this into their daily life it is something positive and something that is hard to be found nowadays. Reflecting on our attitude towards others – or even further – on a mindful use of the earth‘s resources, on nature itself. Respect and politeness, also part of Aikidō, are an essential aspect of our personal development and education. That does not mean submissive bending over in front of authorities. We had plenty of this in our history. I am talking about a much more refined and reflective form of respect, about acceptance, not ignorance.

The big seminars attended by people from all over Europe contribute to this. At our Bernau seminar we meet many people from Eastern Europe. But recently we also register participants from Italy and France. And of course I am especially happy about the young Aikidōka from Bavaria and southern Germany. We encounter many different nationalities and a fruitful, lively exchange of cultures. On a micro level only, but nonetheless…  

Early on in my Aikidō career I had the great opportunity to meet some very interesting people from Japan and talk to them about their culture. During my Aikidō time in Ulm a young mathematician practiced with us. He was married to a Japanese. She was a master of Ikebana, could host tea ceremonies and had lived and practised with a famous Zen master until he passed away. Our conversations and discussions were a great chance to get a first-hand insight into their different ways of thinking.

No one can ever completely understand a foreign culture, or even their own, really. For it is made up of people with different personalities who act according to those personalities, their experiences and socialization. For me it has always been interesting to deal with new cultures. That’s why I studied geography.

It is important to confront the “foreign“ and the “own“, so that the “foreign” can become the „other“ - from there it is only another small step to the “own“

Cultures influence each other; they integrate positive or negative things from a foreign culture – or they don‘t. You don‘t have to try and change things or exert dominance. You just look at the other way of life and reflect on your own.

I am a big fan of the Japanese author Haruki Murakami. One of his novels deals with Platon’s system of ideas. It is just great! Two worlds melt together on an intellectual level but do not at all give up their cultural identity.

A journey to Japan is certainly interesting and a flight ticket today costs only a fraction of the amount I would have paid when I started with Aikidō. But I think that practicing Aikidō delivers a better insight into this country, its people and their way of thinking than a short vacation trip  to this exotic country.  And if you manage to have a good contact to an Aikidō master it is something meaningful. My conversations with Yamada and Tamura allowed for an insight into the Japanese way of thinking and acting – to certain limits but it prospers by taking and giving….

Even my first meeting with Yamada was very relaxed and friendly. He was sitting in Klaus Broscheit‘s living room in Bonn when I arrived. There were no boundaries. We talked and then we all went to the seminar in Hachen. Yamada went with me in my car, that was very familial, too. It was different to what I had encountered before with Tada or Asai, they had kept their distance.

Of course we all held Yamada in high regard and had great respect for him, but it was not forced upon us, nothing exaggerated. We simply called him “Sensei“, he did not ask for it. Also Tamura liked it familial, a back-slapping, a smile or a question, just normal. It turned into a reciprocity and stayed that way. 

At that time in Hachen there were not as many participants as today, so we all took Ukemi for Yamada often and got close to him very soon. There already existed an inner circle and soon Doris and I became members of that “family“.

V

Bernau

Then came what one would today call the „Bernau-Project“. Year after year we have been building up that seminar. In the beginning we registered lots of participants but unfortunately their numbers decreased. Just to rise again slowly but constantly until the seminar was really well attended. 

It was important that not only Yamada and I taught there. If we met a high ranked participant from the USA or from Europe in Bernau, we asked him or her to teach. We tried to integrate them by letting them teach at our seminar. Those people often returned the next year and brought along some of their students. So Bernau turned into a truly international seminar which had been our intention from the very beginning. We wanted to offer the lessons in the afternoon to many teachers, not just to one or two -  Sharing!

Bernau Seminar 2017.

 

VI

Interaction

The prolog of the script for the first Yoga teacher training (2008) says: (…) „Apart from understanding the basics of human anatomy, physiology and Yoga philosophy it is our goal to learn the art of living as a Yogi. To understand social behavior and man’s behavior towards nature as an integral part of human life.“

Sociality is important to me, in our Dōjō as well as in life in general. Since I am the owner of the Dōjō sometimes I have to exert authority and take decisions. On the other hand I am interacting with the members of my Dōjō, committing myself to them and trying to anticipate any problems. 

As the managing director of a small business I negotiate with banks and our landlord. I also put great emphasis on talking with my Aikidō and Yoga students. The social aspect matters to me.  It can also be found in the »ai« of Aikidō  – getting together, putting together, converging.  These abilities are vital for our Dōjō, not just for good Aikidō techniques.

VII

Yoga and Aikidō – a short comparison

Yoga booms – takes a breath - and keeps on booming. People keep asking me: What is the difference between Aikidō and Yoga? Well, the most important difference is: Although Yoga is practiced in a group you do not have any direct partner like in Aikidō. And the partner in Aikidō becomes active. He or she practices well or poorly, is a beginner or already experienced, can be aggressive or in a good and positive mood. That makes training more difficult, but also more honest. You have physical contact with your partner, some people do not like this. Taking your first steps in Aikidō is not easy and it takes some patience. Classic Yoga is based on the effect of tension and relaxation, on stretching of muscles and its healing effect on the fascial system and muscle tension due to stress, just to mention one aspect. After the first Yoga lesson people might already feel relaxed and refreshed. Perhaps even recharged with energy. Aikidō has a similar impact on people after a while but the beginning is harder. Everybody knows about Yoga, it does not take much explanation. Yoga is socially accepted, is popular like soccer (plus: you cannot lose in Yoga). It meets the expectations of our time and is a mainstream trend. Many celebrities like actors and top athletes practice Yoga, it is part of manager seminars etc. health insurers promote Yoga as a means of prevention, that implies trustworthiness. Usually Aikidō does not get all this publicity. Even though, sometimes some of my students change from Yoga to Aikidō or practice both. That is publicity in my own Dōjō, things could not work out better…. 

After a seminar for Yoga beginners or after the first Aikidō lessons the students have not yet accomplished much. Some keep asking if there is more to be attained? Well, Yoga might “unveil“ all illusions and help you gain an unblurred view on reality, poetically spoken. Aikidō aims at an all- encompassing „freedom“.     

In our Dōjō there are about as many male as female Aikidōka. There are even more female Aikidō teachers than male. Yoga currently still attracts more women but the percentage of men keeps increasing. The jobs of the female members vary greatly, often they work in the medical sector or in education. Male members are executives, work in creative jobs or in the IT sector.  

Now, Shusoku Dōjō celebrates its 25th anniversary. As always in life, there were ups and downs, but fortunately more ups than downs. And of course after the jubilee we will carry on with renewed energy and spirit.

Weniger…

Probestunde für Erwachsene

immer dienstags 18:45-19.45
mehr zum Programm für Anfänger.

Übungszeiten für die Kinder- und Jugendgruppe.

für Kids ab 7,  immer dienstags     17:00 - 18:00
Jugendliche,  immer donnerstags   18.45 - 19.45

Schüler und Studenten

Sonderpreise für Schüler und Studenten.
Probestunde immer dienstags 18:45-20:00

Die Aikido Schule Rosenheim - Shusoku Dojo ist Mitglied bei Sansuikai International  und dem Bundesverband der Aikido Lehrer.